Der Fonds Analyst

ART Global Macro: Systematisch von fundamentalen Trends und antizyklischen Chancen profitieren 

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"Systematisch von fundamentalen Trends und antizyklischen Chancen profitieren ", so lautet der Slogan der heutigen Neuvorstellung, des ART Global Macro I (WKN A2P0U6). Allein der Name gibt den Hinweis, dass es sich um einen Makro-Ansatz handelt: ein Fonds, dessen Management den Markt von oben betrachtet und das große Ganze im Blick hat. Folgerichtig ist der Fonds auch in der Alternative Kategorie „Strategiefonds Makro global“ eingruppiert. Der Fonds wurde ganz frisch von BarclayHedge für die Performance im Jahr 2025 ausgezeichnet, was wir zum Anlass für einen Bericht genommen haben. Auch in unserer Studie zur Aktivität von Fondsmanagern ist der Fonds „auffällig“, was bedeutet, dass er in der Auswertung per Ende Dezember 2025 als Sieger im kurzen Zeitraum über 1, 2 und 3 Jahre hervorgeht. Er ist gleichzeitig Hidden Champion, sprich, die Ergebnisse über 3 und 5 Jahre überzeugen; er ist lediglich noch keine 10 Jahre alt, um auch im originären Studienzeitraum über 3, 5 und 10 Jahre als Sieger hervorzugehen. Was und wer sich hinter dem Fonds verbirgt, zeigen wir Ihnen heute.

Der Manager
Für den Fonds verantwortlich ist die unabhängige ThirdYear Capital GmbH mit Sitz in München. Gründer, Geschäftsführer und Lead Portfoliomanager ist Martin Roßner, der mehr als 18 Jahre Erfahrung im institutionellen Asset- und Hedgefondsmanagement mitbringt. Er war unter anderen bei der Man Group tätig, einem der weltweit führenden Hedgefonds-Manager. Als Senior Analyst in London verantwortete er eigenständig Investitionen in Milliardenhöhe, vor allem in Europa und Asien. Roßner hält einen Master-Abschluss in Quantitativer Ökonomie und Finanzen von der Universität St. Gallen. Sein beruflicher Schwerpunkt lag auf Hedgefonds-Research mit Fokus auf systematischem Makro- und quantitativem Trading, Asset Allocation, Hedgefonds-Seeding, Markt-Risikomanagement auch während der globalen Finanzkrise 2008, sowie der quantitativen Analyse verschiedenster Hedgefondsstrategien. Ergänzt wird dies durch Erfahrung im Macro-Overlay-Trading mit ähnlichem Ansatz wie im ART Global Macro Fonds und in der Handelsabwicklung.

Die Company & das Research
Seit 2015 identifiziert ThirdYear Capital in seinem Research-Track Record sowohl fundamental getriebene Trends als auch Wendepunkte an den Kapitalmärkten. Das monatliche Global Macro Research von ThirdYear Capital dient als Leitfaden für die globale Asset Allokation des ART Global Macro Fonds. Institutionelle Investoren wie Dachfondsmanager, Family Offices und Pensionsfonds können den unabhängigen Input für ihren Anlageprozess nutzen. Der Ansatz von ThirdYear Capital zeichnet sich aus durch Unabhängigkeit, ein tiefes Verständnis makroökonomischer Zusammenhänge, intensive Datennutzung sowie rein fundamentaler Analyse ohne Einbezug von rein technischen Indikatoren. Die zyklische Analyse beginnt bei den drei größten Wirtschaftsregionen USA, China und Eurozone, welche die globale Asset Allokation maßgeblich beeinflussen. Insgesamt werden in mehr als 20 Ländern weitere, oft idiosynkratrische Chancen verfolgt. Aus den Zyklusphasen der jeweiligen Länder werden die Chancen und Risiken in den Anlageklassen Aktien, Staatsanleihen, Inflation (inklusive Gold) und Währungen abgeleitet. Bei der Erforschung hunderter historischer Wirtschaftszyklen findet ThirdYear Capital vier Zyklen, welche sich signifikant auf die Anlageklassen auswirken. Neben dem prominenten Konjunkturzyklus werden daher auch Schulden-, Zahlungsbilanz- und Währungszyklus systematisch in die Analyse einbezogen. Kontinuierliche Echtzeit-Indikatoren werden als Ursache-Wirkungs-Ketten erkannt, wodurch die Zyklusphasen identifiziert werden. Die Indikatoren beinhalten insbesondere Nowcasting“ von Wachstum, Inflation und Zahlungsbilanz, aber auch Marktinformationen zum Beispiel im Bereich der Kredit- und Häusermärkte. „Nowcasting“ ist eine bei Zentralbanken beliebte Methodik, um niedriger frequentierte Wirtschaftsdaten mit Hilfe von höher frequentierten Daten in der nahen Zukunft vorherzusagen.

Die Idee
Martin Roßner bemerkte während der Zeit bei Man Investments, dass erhöhte Rechenkapazität und Zugang zu größeren Datenmengen „quantamentales“ Investieren ermöglichen. Bei Man Investments fand quantitatives (AHL) und fundamentales (GLG) Investieren zu der Zeit noch in getrennten Abteilungen statt. Die Vorgeschichte des Fonds reicht bis 2015 zurück. Nach mehrjähriger Strategieentwicklung und Marktforschung konnte ein innovatives Fondskonzept mit Nischenpotenzial entwickelt werden. Der Fondsstart erfolgte im August 2020 in Zusammenarbeit mit einem institutionellen Seed-Investor und etablierten Fondspartnern, wodurch das Konzept in institutioneller Qualität umgesetzt wurde. Seit der Auflage mit 20 Millionen Euro ist das Fondsvolumen auf aktuell rund 122 Millionen Euro angewachsen. Da die Ergebnisse überzeugen konnten, wurde er bereits mehrfach von renommierten Hedgefondsagenturen ausgezeichnet, und dies auch in aktienschwachen Phasen.

Philosophie
Als Anlageziel dieser benchmarkfreien Global Macro-Strategie werden 7-9 % Rendite über dem risikofreien Zins p.a. bei einer Volatilität von 10–15 %, unabhängig vom Marktumfeld, formuliert. Dabei weist der Fonds eine niedrige Korrelation zu traditionellen Anlageklassen und vergleichbaren Fonds auf. Die Kassehaltung ist bewusst aktiv und gehört zur Anlagestrategie. Auch der Einsatz von Derivaten ist vorgesehen, hierbei setzt man primär Futures ein. Die durchschnittliche Haltedauer eines Portfolios liegt zwischen 3 und 6 Monaten. 

Universum
Untersucht werden mehr als 20 Länder und 4 Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Inflationsmärkte und Währungen). Investiert wird in Aktien, ETFs, Staatsanleihen, Cash (auch in Fremdwährungen), XETRA Gold und Futures. Als Renditequellen dienen zu 2/3 die taktische Allokation und zu 1/3 das effiziente Abschöpfen von Risikoprämien.

Der Prozess
Der Fonds verfolgt einen systematischen quantamentalen Ansatz, der Elemente von Top-down- und Bottom-up-Analysen kombiniert. Makroökonomische Zyklen werden länderspezifisch analysiert (Top-down), während die Auswahl einzelner Instrumente auf Liquidität, verfügbarem Risikobudget und starken (Bewertungs-)Signalen basiert (Bottom-up). Die Erstellung von Aktien-Baskets, welche mit Makro-Trends korrelieren, wird ebenfalls durch Bottom-up-Analyse ergänzt. Das Management nutzt umfangreiche wirtschaftliche und finanzielle Zeitreihen von über 20 Volkswirtschaften, die mehr als 80 % des globalen BIP abdecken. Wichtige Datenanbieter sind Refinitiv Datastream, Macrohistory Lab und FRED. Darüber hinaus werden Marktinformationen wie Zinsstrukturkurven, Inflationspreise und Aktienmarktperformance in Echtzeit integriert. Die wichtigsten Kriterien bei der Titelauswahl sind:

  • Starkes Handelssignal aus dem systematischen Zyklus- und Scoring-Modell
  • Hohe Korrelation mit aktuellen makroökonomischen Trends
  • Qualität und Bewertung
  • Verfügbares Risikobudget
  • Handelbare Liquidität

Diese Kriterien gewährleisten, dass das Portfolio sowohl wachstums- als auch defensiv-orientierte Investments umfasst. Der Ansatz des Fonds lässt sich am besten als quantitativ-systematisch mit einem quantamentalen Fokus beschreiben, wobei quantitative Modelle eng mit fundamentalen Analysen verknüpft sind, um zyklische und makroökonomische Zusammenhänge zu berücksichtigen. Die Entscheidungsfindung erfolgt überwiegend durch das proprietäre, research-basierte Modell. Diskretionäre Eingriffe werden nur in Ausnahmefällen im Rahmen des Risikomanagements genutzt, um die systematische Umsetzung zu unterstützen. Das Portfolio wird kontinuierlich in Echtzeit überwacht, wobei die Zyklusindikatoren laufend aktualisiert werden. Entscheidungen über Anpassungen erfolgen typischerweise mit einem Investmenthorizont von 6–12 Monaten. Die Zielallokationen werden systematisch mit vollständig integriertem Risikomanagement berechnet, einschließlich Value-at-Risk (VaR), Positions- und Ländergrenzen sowie Stresstests. Währungspositionen werden aktiv gesteuert und wenn nötig gezielt abgesichert.

Kauf/Verkauf
Ein Titel wird verkauft, wenn das Handelssignal nachlässt, die Risikobudgets angepasst werden müssen oder die Liquidität für die Position nicht mehr gegeben ist. Es gibt keine starren Kursziele, die den Verkauf diktieren; die Entscheidungen sind signal- und risikobasiert. Neue Positionen werden systematisch basierend auf dem Risikobudget, der Liquidität und der Signalstärke aufgebaut, normalerweise also nicht „All-in“. Dies ermöglicht eine kontrollierte und effiziente Umsetzung.

Das Risikomanagement
Interne Markt-Risikokontrollen: Verwendung von liquiden, überwiegend börsengehandelten Instrumenten aus einer vordefinierten Liste von Anlageklassen und Instrumententypen, Value-at-Risk (VaR) über alle Anlageklassen unter Einbeziehung von Korrelationen, Positions- und Exposure-Limits pro Anlageklasse, auch unabhängig von Korrelationen-Stresstests, sowohl historisch als auch hypothetisch, unter Berücksichtigung von Stresskorrelationen.

  • Interne Nicht-Markt-Risikokontrollen Gegenparteien: Auswahl etablierter Partner, Vermögenssegregation, Einsatz von Staatsanleihen im Cash-Management
  • Operationelles Risiko: Kontinuierlicher Fokus auf Fundamentalanalyse und Strategie, Nutzung etablierter Plattformen, ggf. Insourcing von Operationen bei steigenden Assets under Management
  • Compliance: Interne und externe Richtlinien, Research- und Interessenkonflikt-Policy, regelmäßige Mitarbeiterschulungen
  • Externe Kontrollen gemäß UCITS-Vorschriften: Handel nur in liquiden und regulierten Instrumenten (Aktien, Staatsanleihen, Futures), tägliche Liquidität für Investoren-Transaktionen, globale Exposure- und Hebelbegrenzung: 20-Tage-VaR mit 99 %-Konfidenzintervall, Exposure-Reporting auf Basis der Summe der Nominalwerte, Positions- und Emittenten-Limits: max. 30 % pro Emittent (erweiterbar auf 35%, falls mindestens sechs Positionen desselben Emittenten gehalten werden), max. 30 % für Staatsanleihen, Genehmigung des Risikomanagementprozesses durch die deutsche Aufsichtsbehörde, inklusive Liquiditätsmanagement, Stresstests und operationeller Kontrollen.

Quelle: Morningstar Direct, Zeitraum: 12.02.2023 bis 7.02.2026

Performance
In der Chartgrafik haben wir die Entwicklung des ART Global Macro über 3 Jahre gegen den Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe dargestellt.

Da die Vergleichsgruppe nicht wirklich homogen ist, hinkt der Vergleich mit dem Durchschnitt etwas, zeigt aber, dass der Fonds sich wirklich – wenn auch unter Inkaufnahme etwas höherer Schwankungen – sehr gut behaupten kann. Per 13.02.2026 liegt man YTD bei 1,74 % (Sektor 2,06 %), über ein Jahr bei +16,83 % (Sektor +5,64 %), über 3 Jahre bei +41,18 % (Sektor +13,98 %) und über 5 Jahre bei +30,70 % (Sektor +15,25 %). Auch die Volatilität mit 13,46 %, (1 Jahr), 14,75 % (3 Jahre) und 14,93 % (5 Jahre) passt absolut ins Bild, sodass auch die Sharpe Ratio (1, 3, 5 Jahre) mit 1,14, 0,57 bzw. 0,27 zu überzeugen weiß.

Portfolio
Ein Blick ins aktuelle Portfolio zeigt folgende Allokation: 40 % des Fonds sind in Aktien investiert, 26,5 % entfallen auf Anleihen, 17,4 % auf Bond Futures und 12,5 % auf Währungs-Futures. Größter Sektor auf der Aktienseite ist HealthCare mit 21,3 %, je 12 % entfallen auf Materials und Energy. Chancen sieht man auf der Konjunkturseite in China, dafür Risiken im Schuldenzyklus bei Kanada, Schweden und Brasilien. Bei Gold sieht man eine unterdurchschnittliche Renditeerwartung, bei Rohstoffen hingegen eine überdurchschnittliche. 

Hinweis zur Tranche 
Bei der hier vorgestellten Tranche handelt es sich um eine Tranche für institutionelle Investoren. Es gibt aktuell aber keine Mindestanlagesumme, sodass jeder diese Tranche aktuell über die gängigen Plattformen kaufen kann. Eine spezielle R-, also Retail-Tranche ist aktuell in Auflage und wird in den nächsten ein bis zwei Monaten erhältlich sein. 

Fazit
Wer sich bereits mit Investments aus dem Bereich der sogenannten Liquid Alternatives befasst hat, kennt sicherlich globale Makro-Fonds. Wer solche Ansätze noch nicht kennt, sollte sich diese unbedingt einmal anschauen. Die Strategie des ART Global Macro kann definitiv überzeugen. Besonders die niedrige Korrelation zu normalen Anlagen, aber auch zu anderen Fonds dieser Klasse, macht den Fonds als Beimischung für ein breites Publikum interessant, was durch die nicht vorhandene Mindestanlagesumme bei der I-Tranche noch unterstützt wird.

Die Greiff Research Institut GmbH veröffentlicht zweimal monatlich die Ergebnisse des qualitativen Researchs und der Fondsanalysen in der Publikation DER FONDS ANALYST. Dabei ermöglicht die Finanzierung über Abonnements eine neutrale und konzernunabhängige Berichterstattung. Das Leistungsversprechen an die Leser lautet: DER FONDS ANALYST bietet eine transparente, detaillierte Analyse des deutschen Marktes für Publikumsfonds, das Redaktionsteam ist dabei bewusst subjektiv.

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