Kolumne

B2B oder B2C? Oder B2B und B2C?

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Marcel van Leeuwen, Vorsitzender der Geschäftsführung, Senior Partner und Vermögensverwalter in der Deutschen Wertpapiertreuhand. Mehr Informationen gibt es hier.

Der internationale Trend kommt jetzt auch nach Deutschland. Fondsgesellschaften go B2C. Clartan ist das jüngste Beispiel für eine Fondsgesellschaft, die eine strategische Entscheidung trifft, nicht nur Fonds zu managen und im B2B zu vertreiben, sondern auch eine Vermögensverwaltung für Endkunden - die dann natürlich auch die Fonds der Gesellschaft enthält - anzubieten.

In anderen Ländern ist die Kombination von B2B und B2C seit vielen Jahren eine etablierte Unternehmensstrategie. Fidelity ist - in den USA - ein typisches Beispiel für eine Fondsgesellschaft, die sich neben ihrem institutionellen B2B Business sehr stark im B2C Business bewegt. Charles Schwab betreibt mittlerweile nahezu jede Form von B2B und B2C Business, inklusive eigener Fonds.

Diese Entwicklung wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass manche - gerade große Fondsgesellschaften - den Verdrängungseffekt ihrer Fonds durch ETFs spüren, insbesondere im Bereich der Aktienfonds.

In einem professionell ausgerichteten B2C Wealth Management Business spielen Rentenfonds aber auch eine sehr bedeutende Rolle. Der wichtigste Faktor für die richtige Lenkung eines Vermögens für Mandanten ist die Steuerung des grundsätzlichen Risiko-Rendite-Niveaus im Laufe der Jahre. Hierbei spielen - neben Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft - vor allem Cashflows und Fristen die entscheidende Rolle. Kein Mandant sollte kurz vor einer geplanten bedeutenden Entnahme aus seinem Depot noch 100% Aktienfonds im Depot haben.

Der Löwenanteil der Vermögensverwaltung ist seitens der Mandanten von einer direkten oder indirekten Form der Altersvorsorge gedacht. Die individuelle Risikosteuerung, insbesondere im Hinblick auf Fristen, braucht neben Aktienfonds und weiteren dynamischen Fonds auch Rentenfonds. Wenn Fondsgesellschaften künftig neben dem B2B auch das B2C Business aufbauen, wird dies auch für sie zu einer Selbstverständlichkeit.

FundSpotter Ausgabe 1/2026
Redaktionsperle