
Insides der Fondsbranche
Wenn Weinleidenschaft auf Investmentkultur trifft
657172 Weinmanufaktur: Von der Idee zu Spitzenprämierungen
Die meisten Projekte in der Finanzindustrie entstehen aus finanziellen Erwägungen heraus. Bei der Weinmanufaktur 657172 hingegen steht die Leidenschaft im Mittelpunkt – und die Idee, Weine zu schaffen, die die Gründer für sich und ihren eigenen Anspruch kreieren. Das daraus 10 Jahre erfolgreiche Rotweine mit Spitzenprämierungen wurden, war für die vier Gründer eigentlich nebensächlich. Wenn vier Größen der Fondsbranche ihren eigenen Wein auf den Markt bringen, fragt der FundSpotter natürlich auch mal nach.
FundSpotter: Zwei Badener, ein Franke und ein Hesse machen gemeinsame Sache mit dem Rheingauer Rotweinpapst Klaus Schön und frönen ihre Leidenschaft des Spätburgunders. Wie kam es dazu?
Gerrit Braith: Wir kennen uns seit den frühen 2000er-Jahren, als wir gemeinsame Events in der Fondsindustrie veranstaltet haben. Unsere Treffen waren neben Fachsimpelei zur Asset Management Branche, geprägt von süffigen Gesprächen über Wein und wie sensationell es eigentlich wäre, einen eigenen Weinberg zu besitzen. An einem besonders inspirierenden Abend 2014 offerierte uns Udo Wedler die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Rotweinpapst Klaus Schön im Rheingau einen Spätburgunder-Weinberg nach unseren Vorstellungen zu bewirtschaften.“
Udo Wedler: Beim ersten Besuch war uns sofort klar, dass wir hier am Rüdesheimer Schlossberg eine echte Rotwein-Perle haben. Ein Steilhang mit fast 70 Grad Steigung, Quarzit Gestein aus den Taunushöhen und mildem Klima direkt am Rhein, zwischen Binger Mäuseturm und Burg Ehrenfels – also mitten im Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Und so war auch gleich klar, dass wir unseren Spätburgunder aufgrund der Steillage 66 Grad nennen.
FundSpotter: Und was hat es dann mit dem Namen 657172 Weinmanufaktur auf sich?
Oliver Morath: Das Projekt und der Wein waren anfangs ja nur für uns selbst gedacht. Unser Fokus war einen kompromisslosen Rotwein zu kreieren, also haben wir einfach unsere Geburtsjahre als Firmennamen genommen. Für uns und unsere Weinfreunde, war es von Anfang an der „66 Grad“. Nur bestes Traubengut, die Lese bis zum Schluss ausreizen, hochwertige französische Eichenfässer für die Lagerung, dem Wein mit kontrolliertem Nichtstun seine Ruhe und Zeit geben und ihn dann ohne Filterung stressfrei auf die Flasche zu bringen. Unser persönlicher Anspruch ist es, besondere und einzigartige Weine zu produzieren. Keine Masse, sondern kleine Mengen an Spätburgunder, die es in unserer kompromisslosen Art sonst nicht gibt - deshalb gibt es Manufakturen, deshalb gibt es 66 Grad.
Volker Schilling: Den ersten Rotwein haben wir 2015 auf die Flasche gebracht. Aus einer ersten Fangemeinde unseres Projektes, ist mittlerweile eine treue Weinliebhabergemeinschaft geworden, die uns mit ihrem Feedback zum Wein immer wieder große Freude macht. Wir möchten, dass sie Teil unseres Projektes sind, dass sie die Geschichten hinter dem Wein kennen, den sie gerade trinken. Warum wir unseren Schlossberg in getoastetes französisches Barrique legen, warum wir mal mehr oder weniger Wein ernten oder auch mal Traubengut wegwerfen. Und warum wir kompromisslos so wenig Wein ernten, dass die meisten Jahrgänge schneller ausverkauft sind, als wir sie auf die Flasche bringen. Es gibt viele Geschichten zu erzählen und wir möchten sie gerne teilen.
Die vier Gesichter der Fondsbranche hinter der 657172 Weinmanufaktur

Gerrit Braith ist Vorstand Vertrieb & Marketing bei der LOYS AG in Frankfurt. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Asset Management und institutionellen Vertrieb bringt er eine tiefe Marktkenntnis und strategische Expertise mit. Vor seiner Tätigkeit bei LOYS verantwortete er über viele Jahre beim Bankhaus Metzler maßgeblich den Publikumsfondsvertrieb sowie die Vertriebspartner der Abwicklungsplattform MetzlerFundXchange. Neben seinem Beruf lebt Gerrit Braith seine Leidenschaft für Wein und Unternehmertum in der „65-71-72 Weinmanufaktur“ in Wiesbaden. Gerrit legt Wert auf vertrauensvolle Beziehungen zu Kunden und Partnern.
Udo Wedler ist Geschäftsführer der F.U.X. Asset Manager Manufaktur. Er verfügt über 40 Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie bei führenden Anbietern und war in unterschiedlichen Positionen für deren Erfolg verantwortlich. So hat er u.a. beim Bankhaus Metzler die Metzler Fund Xchange und bei der Greiff AG die PartnerLOUNGE aufgebaut. Seine Expertise ist das Entdecken und Entwickeln außergewöhnlicher Menschen, Teams, Startups oder Produktlösungen und das gezielte Verknüpfen mit Investoren. So auch mit seinem aktuellen Partner, der Oberbanscheidt & Cie, die mit ihrer Fondsstrategie Global Flexibel, seit Jahren zu den erfolgreichsten Mischfondsanbietern gehören.

Oliver Morath ist seit dem Jahr 2000 im Asset Management mit Schwerpunkt Vertrieb tätig. Seine Stationen in diesen 25 Jahren waren Nordea, Barings, Flossbach von Storch und zum Schluss arbeitete er als MD Strategie und Vertrieb bei SQUADFonds. Dort ist er auch Teilhaber. Er ist seit Jahren der Host des Podcasts Finanzgourmet, in diesem hat er mit seiner Partnerin im Podcast, Caroline Tsalkas vom Family Office Honestas aus Hamburg, immer wieder spannende Gäste aus den Bereichen Gourmet und Finanzen. Außerdem ist er der Host des Wein Podcast WeinLesen. Wer Wein liebt, sollte diesen abonnieren.

Volker Schilling ist Gründer und Vorstand der Greiff capital management AG mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Das inhabergeführte Unternehmen betreut zum Stand Ende Oktober 2025 ein Vermögen von über 2 Mrd. Euro. Als Kapitalmarktexperte und Fondsanalyst ist er gefragter Gesprächs- und Interviewpartner in den Medien. Zudem ist er mit seinem Tochterunternehmen, dem Greiff Research Institut, Herausgeber der Publikationen Der Fonds Analyst, FUNDamental und der jährlichen Greiff-Capital-Studie mit dem Finanzmagazin CAPITAL

