Kolumne

1860 ist 2025

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Marcel van Leeuwen, Vorsitzender der Geschäftsführung, Senior Partner und Vermögensverwalter in der Deutschen Wertpapiertreuhand. Mehr Informationen gibt es hier.

Im Jahr 1860 hielt der Brite Luther H. Tucker eine Vorlesung an der amerikanischen Universität Yale. Tucker war ein Journalist der Zeitschrift “Country Gentleman” und hatte eine Ausbildung in Agrikultur. Das Thema seiner Vorlesung war die englische Landwirtschaft.

Zuerst wies er auf die vorherrschenden Meinung der Briten hin, dass sie einen kontinuierlichen Fortschritt und eine landwirtschaftliche Überproduktion für ihre Bevölkerung erreichten. Dann aber trug er Zahlen über das Bevölkerungswachstum in London vor.

Im Jahr 1801 hatte London 950.000 Einwohner. Im Jahr 1851 waren es 2.500.000 Einwohner. Und die Schätzung für das Jahr 1860 betrug bereits 3.000.000 Einwohner.

Das damit benötigte - und auch nur annähernd erreichte - Wachstum der Landwirtschaft brachte der Branche schätzungsweise jährliche Gewinne von umgerechnet insgesamt 250 Millionen - damaliger - Dollar ein.

Somit war die Landwirtschaft nach seinen Worten die wichtigste Branche im britischen Königreich. Bequemerweise unterstützte der Gewinn aus der Landwirtschaft zudem die gesellschaftliche Auffassung, dass ein Mann erst ein echter Gentleman sei, wenn er Land besitzt.

In vielen Teilen der Welt gilt diese Auffassung auch heute. Wichtiger ist aber, dass das Phänomen des Wachstums, das im Jahr 1860 so treffend beschrieben wurde, heute genauso gegeben ist. Wirtschaft braucht Rohstoffe. Und Wirtschaftswachstum braucht mehr Rohstoffe.

Da die meisten Rohstoffe nicht unlimitiert vorhanden sind, und ein übermäßiger Einsatz zudem gravierende ökologische Schäden verursachen kann, braucht Wirtschaftswachstum im Bereich der Rohstoffe vor allem eins: Innovation.

FundSpotter Ausgabe 4/2025
Redaktionsperle