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White-Label-Fondslösungen: "Technik allein ist viel zu wenig"

Im Gespräch mit Jörg Schubert von der KVG BANTLEON Invest

BANTLEON ist nicht nur ein Spezialist für konjunkturbasiertes und regelbasiertes Asset Management sondern auch Anbieter von KVG-Dienstleistungen und damit auch eine unabhängige Service-KVG mit einem hohen Grad an Flexibilität. Mit rund 150 Mitarbeitern an den Standorten in Deutschland und der Schweiz verwaltet Bantleon 26 Mrd. Euro in Publikums- und Spezialfonds (AuM). Das insgesamt betreute Vermögen (AuA) beträgt 40 Mrd. Euro. Im Gespräch mit dem FundSpotter blickt Jörg Schubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der BANTLEON Invest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, auf die aktuelle KVG-Landschaft, die besonders individuellen White-Label-Lösungen mit allen Vorteilen für die Fondspartner sowie das Thema Digitalisierung in diesem Bereich.

Herr Schubert, die KVG-Landschaft verändert sich. Wie positionieren Sie Bantleon Invest in diesem Umfeld?
Jörg Schubert: BANTLEON Invest ist sehr erfolgreich als Master-KVG für institutionelle Kunden und genau das macht uns auch zu einem besonders leistungsfähigen Service- und White-Label-Anbieter selbst für Fondsinitiatoren mit hohen institutionellen Ansprüchen. Die Kombination aus Master-Kompetenz und Asset-Management-Erfahrung innerhalb der BANTLEON Gruppe versetzt uns in die Lage, Kundenlösungen anzubieten, die weit über klassische Verwaltungsleistungen hinausgehen.

Wir stehen für Nähe, Verlässlichkeit und strukturiertes Denken. Technik und Preis sind für uns nicht die alleinigen Differenzierungsmerkmale – unser entscheidender Mehrwert liegt in der inhaltlichen Tiefe: Wir verstehen Mandate nicht nur operativ, sondern konzeptionell. Und das ist die Voraussetzung dafür, individuelle Strukturen für Partner zu entwickeln, die unter ihrer eigenen Marke am Markt auftreten wollen.

Als offene Plattform können wir verschiedene Verwahrstellen, Asset Manager und Partner flexibel anbinden. Diese Architektur erlaubt es uns, institutionellen Investoren ebenso wie White-Label-Fondsinitiatoren maßgeschneiderte Fonds- und Servicelösungen zu bieten.

FundSpotter: Wie äußert sich dieses Kundenverständnis in der Praxis?
Schubert: Wir verstehen uns nicht nur als Abwickler, sondern als kompetenter und erfahrener Gestalter von Fondslösungen – von der Produktidee über die Auflage bis zur laufenden Steuerung. Deshalb beginnen wir nicht bei der Abwicklung, sondern bei der Zielstruktur des Kunden. Was will der Anleger erreichen? Welche rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen gibt es? Welche Struktur unterstützt seine Investmentstory am besten – sei es als Masterfonds oder als White-Label-Vehikel?

Hier kommt unsere Stärke aus der BANTLEON Gruppe ins Spiel: Wir vereinen regulatorische Erfahrung mit tiefer Kapitalmarktexpertise. Dabei greifen wir auf die Investmentkompetenz der BANTLEON Gruppe zurück, die seit Jahrzehnten auf makroökonomische Analysen und das Management von Kapitalmarktrisiken spezialisiert ist. Das ermöglicht uns, Fonds- und Mandatsstrukturen nicht nur technisch aufzusetzen, sondern sie auch inhaltlich zu gestalten und zu begleiten – etwa im Hinblick auf Allokation, Overlay oder Nachhaltigkeitsintegration. Das Ergebnis sind Lösungen, die nicht nur administrativ effizient, sondern zugleich auch marktorientiert sowie strategisch fundiert sind. Diese Kombination ist die Grundlage unserer White-Label-Fähigkeit. Die Fondspartner profitieren entscheidend von unserer hohen Expertise im institutionellen Bereich.

Unsere ESG-Kompetenz ist dabei integraler Bestandteil der Konzeptionsphase. Ob SFDR-Kategorisierung, ESG-Datenintegration oder Reportingpflichten – wir denken all das von Anfang an mit. So entstehen Lösungen, die regulatorisch sauber, wirtschaftlich sinnvoll und inhaltlich konsistent sind.

FundSpotter: Was bringt hier die Einbindung in die BANTLEON Gruppe konkret?
Schubert: Sie ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Die BANTLEON Gruppe steht für über drei Jahrzehnte Erfahrung im institutionellen Asset Management. Unsere Konjunkturanalysten gehören zu den anerkanntesten im Markt und unser Overlay-Team setzt seit Jahren Maßstäbe bei der modellbasierten Risikosteuerung.

Diese Expertise nutzen wir aktiv in der KVG-Arbeit. Wir verwalten Mandate nicht nur, wir steuern sie – und können dadurch White-Label-Partnern eine Tiefe bieten, die über reine Administration hinausgeht. Wer bei uns ein White-Label-Produkt auflegt, profitiert von der Kapitalmarkterfahrung und den Möglichkeiten eines vollwertigen Asset Managers und zugleich von der Flexibilität einer unabhängigen Service-KVG. So entsteht ein besonderes Zusammenspiel: institutionelle Stärke, gepaart mit mittelständischer Nähe und individueller Betreuung.

FundSpotter: Der Trend geht klar in Richtung Automatisierung, Plattformökonomie und Digitalisierung. Ist ein mittelständischer Anbieter da nicht irgendwann überfordert oder gar überholt?
Schubert: Wir sehen Technologisierung als Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Ja, wir investieren gezielt in Automatisierung und Digitalisierung – aber immer dort, wo sie echten Mehrwert schafft. Wir wollen Prozesse effizienter machen, ohne dabei die persönliche Erreichbarkeit und fachliche Tiefe zu verlieren. Kurz gesagt: Wir kombinieren Technologie mit Substanz – und das ist entscheidend in einem Markt, der immer stärker standardisiert, aber gleichzeitig immer anspruchsvoller wird.

FundSpotter: Trotzdem - können mittelständische Anbieter beim Tempo der Digitalisierung wirklich mithalten, wenn gleichzeitig Regulierung und Komplexität steigen?
Schubert: Wenn man sich nur über Effizienz definiert, wird das schwierig. Aber wir definieren uns über Qualität, Anpassungsfähigkeit und inhaltliche Kompetenz. Unsere IT-Struktur ist modular, unsere Prozesse sind skalierbar – und unsere Teams sind so aufgestellt, dass sie über Standards hinausdenken.

Diese Haltung verschafft uns Resilienz. Gerade weil wir regulatorische Tiefe mit Investment-Know-how verbinden, können wir flexibel reagieren – sowohl auf neue Marktanforderungen als auch auf Kundenwünsche. In einem Umfeld, das sich ständig verändert, ist diese Verbindung von Stabilität und Beweglichkeit entscheidend.

FundSpotter: Aber reicht das in einer zunehmend preissensitiven Branche?
Schubert: Natürlich müssen wir preislich wettbewerbsfähig sein – und das sind wir auch. Aber Kunden, die uns beauftragen, tun das, weil sie einen unternehmerisch denkenden starken Partner suchen, der echten Mehrwert bietet. Wer mit uns arbeitet, bekommt kein standardisiertes Produkt, sondern eine durchdachte Struktur, die langfristig trägt. Am Ende zählt nicht der niedrigste Preis, sondern die Qualität der Umsetzung und die Verlässlichkeit in der Partnerschaft. Genau dafür stehen wir.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Der Fonds Analyst