Die Marktanalyse by MMD
Diversifikation im Portfolio: Streuung über Köpfe, Stile & Assets
Fachartikel von Nicolai Bräutigam, MMD Analyse & Advisory GmbH
In den letzten Beiträgen hatten wir darauf hingewiesen, dass es sehr wohl aktive vermögensverwaltend gemanagte Fonds bzw. Fondsmanager am Markt gibt, die eine bessere risiko-adjustierte Rendite erzielen als eine einfache vergleichbare Benchmark– und dies wohlgemerkt nach Kosten.
Zusätzlich hatten wir dargestellt, dass Studien zeigen, dass das Timing von privaten Anlegern häufig suboptimal ist und Anlageentscheidungen oftmals emotionale Entscheidungen sind. Private Anleger* sehen sich zudem häufig in dem Glauben, bessere Renditen zu erzielen als professionelle Marktteilnehmer. Es ist faszinierend, dass in den Medien regelmäßig die Nachteile aktiven Managements dargestellt werden, und gleichzeitig Anleger selbst aktiv verschiedene ETFs selektieren, mischen und regelmäßig anpassen sollen.
Als kleinen Exkurs zur Auswahl von passenden ETFs: Zu Beginn des Jahres hatten wir uns Technologie-Fonds und ETFs angesehen. Es gibt ETFs, die rein nach ihrem Namen auf den S&P Technology Index abstellen, beispielsweise den SPDR US Technology Select Sector UCITS ETF und von Invesco den Invesco Technology S&P US Select Sector UCITS ETF. Man kann die Auswahl nun von der Replikationsmethode, den Kosten, den Fondsvolumina und weiteren Merkmalen abhängig machen.
Der feine Unterschied kommt aber im folgenden Detail der Benchmark: Ein ETF bildet den Capped 20% Index ab, der andere den 25/20 Index. Man nimmt an, dass dieses Merkmal keinen Unterschied ergibt. Aber schauen wir die Performance-Daten der ETF an, ergibt sich für das Kalenderjahr 2024 folgendes: 52% vs. 32%. Ein Performanceunterschied von 20% in einem Jahr, obwohl Anleger in den gleichen Index investiert haben.
Dies ist kein Pro oder Contra Argument gegen einen ETF, die Methodik oder den ETF-Anbieter. Es soll nur verdeutlichen, dass diese „einfache“ ETF-Auswahl oftmals nicht so trivial ist wie angenommen.
Zurück zur Auswahl der vermögensverwaltenden Fonds. Welche Merkmale werden in der akademischen Forschung angeführt?
Es scheint logisch, dass aktive Manager aufgrund der Kosten im Durchschnitt nur schlechter abschneiden können als der Markt. Dennoch haben einige Studien Variablen identifiziert, die mit der zukünftigen Performance aktiv verwalteter Fonds zusammenhängen. Müller, Pugachyov & Weigert (2024) geben eine gute erste Übersicht:
Offensichtliche Fondskennzahlen wie die vergangene Performance & Ratings (die stark miteinander korrelieren) oder das Fondsvolumen bzw. Geldflüsse werden in der akademischen Forschung nicht eindeutig in einen positiven Zusammenhang mit der zukünftigen Performance gebracht. Ein hohes Volumen verschafft zwar Kostenvorteile. Es kann aber hinderlich sein, da nicht mehr jede Opportunität investiert werden kann. Hinweise können die Kosten geben oder auch Merkmale bzw. Kennzahlen wie der Active Share, ob in der Zukunft eine Outperformance generiert werden kann.
Zudem sind die Führung des Unternehmens und ob der Manager selbst investiert ist („Skin in the Game“) wichtige Merkmale. Beim Fondsmanagement selbst ist ferner die Ausbildung und Erfahrung (v.a. in volatilen und negativen Jahren) gefragt. Positiv können sich Erfahrungen in den Branchen, in denen investiert wird, auswirken. Ebenso können sich ein gutes Netzwerk des Managements sowie die Diversität des Teams positiv auf die zukünftige Fondsperformance auswirken.
Schauen Sie bei der nächsten Investition also neben den Fondskennzahlen auch auf weitere Charakteristika beim Management bzw. der Managementgesellschaft. Es kann sich lohnen, unterschiedliche Manager* & Managementgesellschaften im Depot zu allokieren und auch darüber zu streuen - getreu unserem Motto „Streuung über Köpfe, Stile & Assets“, wie wir es u.a. auch in unserer fondsbasierten Vermögensverwaltung MMD-Mandat anbieten.

Nicolai Bräutigam, Geschäftsführer bei der MMD Analyse & Advisory GmbH, verfügt über 14 Jahre Erfahrung im Bereich Fondsresearch und Fondsauswahl. Als Research- und Beratungshaus hat sich die MMD Analyse & Advisory GmbH auf aktiv gemanagte Investmentlösungen spezialisiert. Das Unternehmen hat seinen Ursprung im Portfolio Controlling & Reporting der Erdmann Family Office GmbH, die bereits seit vielen Jahren die Leistungen der mandatierten Vermögensverwalter überwacht, analysiert und transparent reportet. Mit der vermehrten Auflage von aktiv gemanagten Fonds im Zuge der Abgeltungssteuer entstand 2009 die MMD Analyse & Advisory GmbH, die seitdem ein umfassendes Leistungsspektrum für Vermögensverwaltende Produkte aufgebaut hat. Die Tochtergesellschaft AssetStandard betreibt unter www.assetstandard.com ein Informations- und Vergleichsportal für Vermögensverwaltende Produkte.

