Der Fonds Analyst

Bernhardt Capital Global Fund - echte Alternative zu den bekannten Namen aus der Mischfonds-Ecke!

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Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass
Wenn Anleger einerseits die Risiken und Schwankungen der Aktienmärkte scheuen, andererseits jedoch nach Investments Ausschau halten, die langfristig überdurchschnittliche Renditechancen bieten, befinden sie sich in einer Art Zwickmühle. Daher greifen sie oft zu sogenannten Mischfonds, die zumeist Aktien sowie Anleihen in ihren Portfolios allokieren. Warum? Viele der Strategien verfolgen das Ziel, die Schwankungen durch die Beimischung von Anleihen zu glätten bzw. zu reduzieren, während hauptsächlich das Aktienexposure für die Rendite sorgen soll. Unter den Mischfonds existieren die unterschiedlichsten Ansätze:

Starre Quoten
Innerhalb der Peergroup der Mischfonds gibt es unter anderem Ansätze, die eine starre Allokation der beiden Assetklassen verfolgen. Konkret bedeutet das, dass das Aktienexposure beispielsweise bei 60 % liegt und Anleihen 40 % des Portfolios ausmachen. Aufgrund von Kurschwankungen wird dieses Verhältnis im Laufe der Zeit natürlich auseinanderlaufen -in welche Richtung auch immer-, daher erfolgt nach bestimmten Kriterien ein Rebalancing, so dass das Verhältnis 60/40 wiederhergestellt ist.

Teilweise entscheidet der Bauch
Auf der anderen Seite gibt es diskretionäre Strategien, die die Gewichtung der in Frage kommenden Assetklassen dynamisch anpassen, also abhängig von dem jeweiligen Marktumfeld und den Zukunfts-Prognosen die Investitionsquoten flexibel steuern. Der Erfolg solcher Strategien ist also auch -abgesehen von der Stock- und Bondpicking-Expertise- abhängig von der Treffsicherheit der Makro-Prognosen. 

Die Maschine rechnet und entscheidet
Und dann gibt es noch regelbasierte Ansätze, die einem bestimmten Muster folgen. und genau diesem Thema und einem Fonds, der eine mathematikbasierte Strategie verfolgt, widmen wir uns nachfolgend. Der Bernhardt Capital Global Fund, aufgelegt am 01.03.2023, bietet eine regelbasierte Strategie, die in dieser Fondskonzeption hierzulande einzigartig ist. Als Grundlage dient das sogenannte „Margrabe-Portfolio“, entwickelt von dem Ökonomen William Margrabe, der vor fast 50 Jahren dafür den Grundstein legte mit seinem Beitrag „The Value of an Option to Exchange One Asset für Another“.

Die Person hinter dem Fonds
Der Manager, Initiator und gleichzeitig Namensgeber des Bernhardt Capital Global Fund heißt Dr. Matthias Bernhardt. Schon früh entdeckte er sein Faible für Kapitalmarktforschung und Finanzmathematik. Und so war es letztendlich folgerichtig, dass seine Promotion das Thema „Volatilitäts- und Optionsmodelle“ beinhaltete. Irgendwann wurde er dann auf das Margrabe-Portfolio aufmerksam und konnte anschließend diesen Ansatz in institutionellen Mandaten umsetzen. Doch dies war nicht genug, denn er forschte weiter an dieser Strategie mit dem Ziel, Verbesserungen zu erzielen. Diese Erweiterungen und Optimierungen der Strategie werden in dem auch für Privatanleger zugänglichen Bernhardt Capital Global Fund umgesetzt.

Das Margrabe-Portfolio
Ein sogenanntes Margrabe-Portfolio ist eine spezielle Form der strategischen Vermögensallokation, die auf der Margrabe-Option basiert und eine regelbasierte Umschichtung zwischen zwei Anlageklassen, oft Aktien und Anleihen, beinhaltet. Diese Strategie soll die Vorteile und Korrelationseigenschaften beider Anlageklassen sich zunutze machen, indem Umschichtungen zwischen beiden dynamisch erfolgen mit dem Ziel, die Performance der jeweils besseren Anlageklasse mitzunehmen und gleichzeitig die Risiken zu reduzieren. 

Regelbasierte Umschichtungen
Die Umschichtung erfolgt nicht nach subjektiven Entscheidungen, sondern nach vorher definierten Regeln, die auf den Kursentwicklungen der beiden genannten Anlageklassen Aktien und Anleihen basieren. Gestartet wird jedes Jahr mit einer neutralen -Gewichtung von Aktien und Anleihen. Durch die über die Zeit stattfindenden Kursbewegungen verschiebt sich dieses Verhältnis. Am Ende eines jeden Monats wird dann überprüft, welche Assetklasse eine bessere Performance erzielt hat. Das Exposure der besseren Assetklasse wird im Anschluss dann erhöht und die schwächere entsprechend reduziert. Im Verlauf eines jeden Jahres wird also die Investitionsquote der besser performenden Assetklasse sukzessive erhöht und die schwächere abgebaut. Am Jahresende werden die Uhren wieder auf Null gestellt und die beiden Anlageklassen wiederauf Anfang gestellt.

Trendfolge-Charakter
Da der Fonds die Assetklasse höher gewichtet, die ein besseres Momentum aufweist, handelt es sich um eine Art Trendfolgestrategie. Viele Studien zeigen diesbezüglich auf, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich Trends, die intakt sind, eine gewisse Zeit auch fortsetzen. Insofern kann es durchaus Sinn machen, das Portfolio mit Trendfolgern zu ergänzen.

Kein Stock- und Bondpicking, kein Top-down
Die Strategie wird mit günstigen und hochliquiden ETFs umgesetzt. Regional ist der Fonds breit diversifiziert, jedenfalls auf der Aktienseite: Asien, Europa und die USA sind die Märkte, die allokiert werden, und ein globaler Faktor-ETF (MSCI World Momentum) ist ebenfalls Bestandteil des Aktien-Exposures . Etwas anders sieht es auf der Anleihenseite aus: Hier nutzt Bernhardt ausschließlich US-Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Grund ist, dass US-Staatsanleihen in aller Regel eine niedrige Volatilität aufweisen und dadurch die Risiken bzw. Schwankungen insgesamt reduzieren sollen.

Quelle: Bernhardt Capital

Die Krux mit den Backtests
Es gibt kaum Backtests, die negative Ergebnisse aufweisen. Denn schließlich möchte man den Fonds an die Frau oder den Mann bringen. Oftmals sieht man relativ schnell, dass der Fonds bzw. die beworbene Strategie im realen Leben plötzlich anders reagiert, als man es anhand des Backtests gehofft hätte. Im Fall des Bernhardt Capital Global Fund sieht dies anders aus, da eine Backtestbarkeit gegeben ist. So hat man anhand monatlicher Schlusskurse der im Portfolio allokierten Märkte berechnet, wie sich die Verschiebung der Assetklassen entwickelt hätte. 

Hohe Anpassungsfähigkeit
Dieser Backtest zeigt, dass der Ansatz flexibel reagiert und die Gewichtungen in Extremphasen wie in der Finanzkrise 2007 bis 2009 auch schnell und dynamisch anpassen kann. Inmitten der Finanzkrise betrug die Gewichtung der risikoärmeren Assetklasse (Anleihen) 100 %, und in der späteren Erholungsphase konnte das Aktien-Exposure wieder schnell und deutlich erhöht werden.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten
Wir wollen nachfolgend kein Wasser in den Wein gießen. Dass der Ansatz -wie alle anderen auch- Schwächen hat, ist keine Überraschung. Sollte die Korrelation zwischen Anleihen und Aktien ansteigen wie im Jahr 2022, so erleiden Anleger auch mit dieser Strategie temporär Verluste. Aber das kann man durchaus positiv sehen: Da der Ansatz sich die Anlageklasse rauspickt, die weniger stark fällt und die Gewichtung in dieser strategiegemäß hochfährt, sollte es nicht zu höheren Drawdowns kommen. Auch eine Seitwärtsentwicklung an den Märkten ist nicht unbedingt förderlich für die Performance. Denn wenn kein eindeutiger Trend zu sehen ist, können die Kosten die Rendite negativ beeinflussen. 

Geduld wird zumeist belohnt
Da es historisch betrachtet mehr Phasen mit deutlichen Trends gibt als Seitwärtsmärkte oder Zeitabschnitte, in denen die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen deutlich ansteigt, müssen Anleger aller Voraussicht nach eher keine lange Durstrecke durchmachen, bis der Fonds wieder positiv performt. Trotzdem ist es ratsam, einen mindestens mittelfristigen, besser noch langfristigen Anlagehorizont mitzubringen, wenn man in den Bernhardt Capital Global Fund investieren möchte.

Ergebnisse
Da der Fonds erst vor etwas mehr als zwei Jahren (01.03.2023) aufgelegt wurde, sind die Live-Ergebnisse zwar noch nicht sehr aussagekräftig, dennoch überzeugend: In den letzten 12 Monaten kann der Fonds um knapp 9 % zulegen und seit Auflage steht ein Plus in Höhe von rund 22,5 %. 

Fazit
Mit dem optimierten einzigartigen Ansatz, der auf dem Margrabe-Portfolio basiert, bietet Dr. Matthias Bernhardt mit dem den Bernhardt Capital Global Fund Privatanlegern Zugang zu einer erfolgreichen, gleichzeitig pro- und antizyklischen Strategie: Die stärkere Gewichtung der besseren Anlageklasse erfolgt prozyklisch, während die Gleichgewichtung am Ende eines jeden Jahres antizyklischen Charakter hat (besser performende Anlageklasse wird verkauft, schwächere aufgestockt). Dieser prognosefreie und wissenschaftlich fundierte Ansatz kann ein Portfolio sinnvoll ergänzen und ist eine echte Alternative zu den bekannten Namen aus der Mischfonds-Ecke.

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