Institut für Vermögensaufbau

Fondsboutiquen-Kompass 2025 – Qualität und Transparenz bleiben der Schlüssel

Die aktuelle Untersuchung des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) im Rahmen des Capital Fondsboutiquen-Kompasses 2025 analysiert im dritten Jahr in Folge unabhängige Fondsboutiquen mit weniger als zehn Fonds. Nach Anwendung aller Filterkriterien wurden bei 220 Anbietern mit 447 Fonds die Fonds-, Management- und Servicequalität ausgewertet.  

Die Ergebnisse zeigen ein Marktsegment, das durch Spezialisierung, Erfahrung und aktives Management überzeugt – jedoch weiterhin deutliche Transparenz- und Prozessdefizite aufweist.

Zu den Ergebnissen des Capital Fondsboutiquen-Kompasses auf capital.de:

Fondsboutiquen-Kompass

Struktur des untersuchten Universums
Die Fondsboutiquenlandschaft bleibt breit diversifiziert. 47% der Anbieter agieren als Multi-Asset-Häuser und verwalten ebenfalls 47 % des Gesamtvolumens von 35,8 Mrd. EUR. Obwohl „Rentenboutiquen“ nur 5% der Anbieter stellen, verantworten sie 12% des Volumens - klarer Hinweis auf etablierte Expertise. 

Eine durchschnittliche Fondsboutique managt oder berät 163 Mio. EUR, während Aktienspezialisten mit 120 Mio. EUR das kleinste Segment bilden. 72% der Häuser verantworten nur einen oder zwei Fonds. Die „Großen der Kleinen“ mit mehr als 4 Fonds bilden dagegen nur knapp 5% der Anbieter ab. Boutiquen-Strukturen im engeren Sinne bleiben damit typisch.

Fondsqualität – aktives Management zeigt Wirkung
32 % aller Fonds übertreffen ihre Peergroup-Benchmark über drei Jahre - ein Anstieg gegenüber 29% im Vorjahr. Damit schneiden Fondsboutiquen besser ab als ein Großteil des gesamten Fondsmarktes. 

Weitere Ergebnisse:

  • Fondsboutiquen arbeiten mit einem hohem Tracking Error von durchschnittlich 8,8% - ein klares Zeichen aktiver Positionierung. 
  • Die Total Expense Ratio sinkt leicht um 0,02%-Punkte auf durchschnittliche 1,75%.
  • Die Gesamtkosten inklusive Performance-Fee steigen jedoch auf 2,06% (Vorjahr 1,85%). 
  • Kleinere Fonds bleiben überdurchschnittlich teuer.

Aktives Management der Fondsboutiquen liefert Mehrwert - nicht nur gegenüber großen Asset Managern, sondern auch gegenüber passiven Investments -, hat aber weiterhin seinen Preis.

Managementqualität – Erfahrung hoch, Risikotransparenz gering
Die Analyse der Managementqualität zeigt ein grundsätzlich robustes Bild. Erfahrung und Kontinuität sind die klaren Stärken der Fondsboutiquen: Mehr als 33% der Fondsmanager verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung, 65% managen ihren Fonds seit Auflage oder seit mehr als 10 Jahren.

Gleichzeitig werden strukturelle Schwächen sichtbar: 

  • Nur 38% der Fonds stellen ihren Investmentprozess umfassend dar. 
  • Bei der Beschreibung des Risikomanagements sind es sogar nur 14%.
  • Personen- und technischen Risiken werden von vielen Häuser unzureichend erläutert. 

Gerade im Kontext aktiver Strategien ist eine unzureichende Prozess- und Risikotransparenz ein wesentliches Hemmnis - insbesondere mit Blick auf institutionelle Investoren und Selektoren.

Servicequalität – Transparenz bleibt das größte Defizit
Trotz nahezu flächendeckender Webauftritte bestehen klare Schwächen bei der Informationsbereitstellung:

  • Nur 19% der Fondsboutiquen liefern Performancevergleiche mit Benchmarks - ein Basisbaustein jeder professionellen Fondsinformation. 
  • 33% veröffentlichen keine Risikokennzahlen
  • 26% machen keine Angaben zur TER oder zu laufenden Kosten außerhalb der Pflichtpublikationen.
  • 15% verfügen über keinerlei belastbare Fondsinformationen oder Hinweise, wo diese zu finden sind. 

Servicequalität bleibt eine wenig entwickelte Säule, ist aber zugleich ein wichtiger Erfolgsfaktor für Kundenzugang und Vertrieb.

Fazit
Fondsboutiquen sind weiterhin eine stabile, qualitätsorientierte Nische des deutschen Fondsmarkts. Sie punkten mit hoher Managementerfahrung, aktiven und differenzierten Investmentansätzen sowie klarer Spezialisierung. 

Wer dauerhaft wachsen und professionelle Anleger gewinnen möchte, muss - neben ausgezeichneter Fondsqualität – insbesondere die Transparenzstandards weiter erhöhen. 

Die besten Boutiquen kombinieren diszipliniertes aktives Management mit stringenter Transparenz und konsistenter Servicequalität. 


Studie: kostenfreie Vormerkung

Das IVA veröffentlicht in Kürze eine Analyse mit detaillierten Insights und Segmentauswertungen.
Interessenten können sich bereits vormerken lassen:

E-Mail an Fondsboutiquen@institut-va.de
Stichwort „Fondsboutiquen-Studie“ 

Die Studie wird bei Erscheinen kostenlos per E-Mail zugesandt. 

Christian Apelt

Das Institut für Vermögensaufbau ist eine 2005 gegründete unabhängige Rating- & Analyse-Boutiquen mit Fokus auf Investment-Themen aus München. Neben der Zertifizierung von vermögensverwaltenden Portfolios, erstellt das IVA umfangreiche Studien zu Vermögensverwaltern, Fonds und Investmentthemen und bietet Benchmarking- und Consulting-Dienstleistungen an.

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