Kolumne: Stolls FundInsights

Europas Small Caps melden sich zurück – Alken Small Cap Europe zeigt, was aktives Management kann

Europas Nebenwerte könnten nach Jahren der Underperformance endlich wieder durchstarten – und der Alken Small Cap Europe ist bestens positioniert, um davon zu profitieren. Das Londoner Team um Nicolas Walewski überzeugt mit konsequentem Stockpicking, konzentriertem Portfolio und disziplinierter Investmentphilosophie.

Die Investmentboutique: Erfahrung trifft auf Nischenkompetenz
Alken Asset Management wurde 2005 von Nicolas Walewski in London gegründet und verwaltet heute rund 1,5 Milliarden Euro. Neben dem Alken European Opportunities Fund steht der Alken Small Cap Europe mit aktuell 657 Millionen Euro im Fokus. Walewski, Absolvent der École Polytechnique und der Ensae in Paris, verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung und leitet den Fonds seit dessen Auflage 2007 als CIO. Zusammen mit Marc Festa und fünf Analysten vor Ort verfolgt er einen strikten Teamansatz: Jede Idee wird kritisch hinterfragt, persönliche Vorlieben werden minimiert – fundiertes Research steht im Vordergrund.

Marktumfeld: Warum Small Caps wieder attraktiv sind
Europäische Nebenwerte litten in den vergangenen Jahren unter hohen Zinsen und schwacher Konjunktur. Mit Aussicht auf wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen könnte sich das Blatt wenden. Walewski beobachtet strukturelle Marktveränderungen durch passive Investments:
„Deren Wachstum führt zu einer starken Konzentration auf Large Caps. Aktiv gemanagte Small Caps gewinnen dadurch an Bedeutung – nicht nur als Alpha-Quelle, sondern auch als Diversifikator.“

Viele Small Caps notieren historisch mit hohem Bewertungsabschlag. Unternehmen in Zukunftsbranchen wie Digitalisierung, Energiewende oder Gesundheitswesen bieten stabile Geschäftsmodelle und solides Wachstum – ideale Voraussetzungen für den Alken-Fonds.

Investmentprozess: Stockpicking mit Tiefgang
Der Fonds folgt einem rigorosen Bottom-up-Ansatz. Gesucht werden unterbewertete Firmen mit überzeugendem Management, stabilen Cashflows und langfristigem Wachstumsprofil. Neue Ideen entstehen durch Analysteninitiative und Marktbeobachtung – Managementwechsel, technologische Innovationen oder strukturelle Branchendynamiken liefern Chancen.

„Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, deren Werttreiber wir verstehen. Bewertungsarbeit erfolgt erst am Ende des Prozesses. Nur so können wir einen Informationsvorsprung gegenüber dem Markt aufbauen,“ erklärt Walewski. Vernachlässigte Aktien an Wendepunkten stehen im Fokus, hoch bewertete dynamische Titel werden gemieden, um das Risikoprofil nicht übermäßig zu belasten.


Portfoliokonstruktion: Konzentriert und flexibel
Das Portfolio des Alken Small Cap Europe ist konzentriert und flexibel zugleich. Typischerweise umfasst es 45 bis 65 Titel, wobei die zehn größten Positionen fast die Hälfte des Fondsvolumens ausmachen. Neue Investments starten klein bei ein bis zwei Prozent und werden nur bei überzeugender Entwicklung sukzessive erhöht. Länder- oder Sektorgrenzen spielen keine Rolle – entscheidend ist, dass Chancen optimal genutzt werden können. Regional liegt der Fokus auf Westeuropa: Frankreich (rund 40 Prozent), Großbritannien (14 Prozent), Italien (12 Prozent) und Deutschland (10 Prozent) bilden die Kernmärkte. Sektorseitig dominieren Industrie, Kommunikation, Finanzwesen, Energie und Technologie. Verkäufe erfolgen strikt bei Zielkurserreichung, fundamentalen Veränderungen oder erkannten Fehlentscheidungen. Diese disziplinierte Logik begrenzt Verluste und legt den Grundstein für eine nachhaltige, langfristige Outperformance.

Performance mit Substanz
In den vergangenen 15 Jahren erzielte der Fonds +530 Prozent, was einer durchschnittlichen Jahresrendite von mehr als 13 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Der Sektordurchschnitt liegt bei rund 220 Prozent (ca. 8 Prozent p. a.). Im laufenden Jahr 2025 legt der Fonds rund 50 Prozent zu, während der MSCI Europe Small Cap Index nur 8 Prozent gewinnt. Mehr als 80  Prozent der Outperformance stammen aus der gezielten Titelauswahl – ein klarer Beleg dafür, dass aktives Management in ineffizienten Marktsegmenten funktioniert. Besonders stark entwickelten sich zuletzt Industriepositionen wie Rheinmetall und Renk, aber auch VusionGroup (digitale Handelslösungen) und Energean Oil & Gas trugen entscheidend bei. Mit einem Active Share von über 90 Prozent zeigt der Fonds zudem seine Unabhängigkeit vom Index.

Kosten & Anteilklassen
Die laufenden Kosten betragen 2,11 Prozent für die Retail-Tranche (LU0300834669) und 1,61 Prozent für institutionelle Anleger. Hinzu kommt eine Performance-Fee von 10 Prozent auf die positive, vierteljährliche Überrendite gegenüber dem STOXX TMI Small EUR (Return). Der Ausgabeaufschlag liegt bei drei Prozent. Angesichts der konstant starken Ergebnisse erscheint das Kosten-Leistungs-Verhältnis ausgewogen. Alpha hat seinen Preis – und Walewski liefert seit Jahren.

Risikomanagement & Verkaufsdisziplin
Die Volatilität liegt langfristig bei 11–13  Prozent, moderat für einen aktiven Small-Cap-Fonds. Verkäufe erfolgen bei Zielkurserreichung, fundamentaler Verschlechterung des Geschäftsmodells oder unvorhergesehenen Risiken. Dieses disziplinierte Vorgehen sorgt für effiziente Kapitalallokation und begrenzt Drawdowns in Abwärtsphasen.

Fazit: Kleine Titel, große Wirkung
Der Alken Small Cap Europe zeigt, was aktives Management leisten kann: Fokus, Disziplin und tiefes Marktverständnis. Anleger, die europäische Small Caps suchen, finden hier keinen Indexnachbau, sondern handwerklich sauberes Stockpicking mit Langfristorientierung. In einem Markt, der wieder klar zwischen Gewinnern und Verlierern unterscheidet, liefert der Fonds einen klaren Kompass. Für alle, die auf die Renaissance der Nebenwerte setzen, bleibt der Alken Small Cap Europe eine der überzeugendsten Adressen in Europa.

Sven, Jahrgang 1969 aus Suhl in Thüringen, beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren intensiv mit Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Als erfahrener Investor setzt er seit vielen Jahren auf aktiv gemanagte Fonds und pflegt enge Kontakte in der Branche. Der regelmäßige Austausch mit renommierten Portfoliomanagern liefert ihm wertvolle Einblicke. Beruflich ist Sven als Fondsanalyst bei der GSR GmbH tätig.

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